Mit Werken aus der der Romantik, die geprägt sind von der Sehnsucht nach einer besseren, idealen Welt, vermochte das Appenzeller Kammerorchester unter der Leitung von Peter Grob an drei Konzerten in Stein, Trogen und Appenzell zu überzeugen. Musikalisches Highlight war die Arpeggione-Sonate von Franz Schubert, von Martin Zeller auf dem Orginalinstrument gespielt, der Guitarre d'amour. *
Appenzeller Kammerorchester überzeugt mit intensivem Klang.
Mit einem wuchtig vollklingenden Auftakt wurde das Publikum gleich zu Beginn aus dem Alltag in eine in der Tat "andere Welt" versetzt. Da strömte einem die ganze Leidenschaft und Spielfreude der Musizierenden entgegen. Man war in den Bann gezogen vom nordischen, zeitweise wehmütigen Stil des Johan Svendsen, dessen Werke hierzulande - leider - nicht sehr vertraut sind. Also eine Entdeckung, ein Sich-Verwundern und schliesslich Sich-Anfreunden mit diesen ungewohnten, oft melancholischen Volksweisen.
Musizierfreude pur
Dann folgte das Highlight des Programms mit Seltenheitswert: von Franz Schubert die einzige für Arpeggione (Guitarre d’amour) geschriebene Sonate. Faszinierend gespielt von Martin Zeller, dem in Zürich lebenden Spezialist für Alte Musik. Tänzerisch leichte, mit abwechselnd schwermütigen, aber auch sonoren Passagen – da fühlte man sich unvermittelt in eine sogenannt heile Welt versetzt. Das sehr konzentriert spielende Orchester unterstützte den Solisten wunderbar. Musizierfreude pur.
Musizierfreude pur: Martin Zeller begeistert mit dem Arpeggione.
Was da aber noch folgte, ganz unerwartet, war überwältigend: ein Appenzeller Zäuerli, wie wir es lieben, weil es – wenn auf dem Arpeggione derart intim gespielt - die Herzen berührt.
Energiegeladener Klang
Als Abschluss erlebte man wiederum ein sehr spannendes Werk: die Serenade mit schwedischen Melodien von Max Bruch. Auch da drangen tänzerische wie liedartige Gesänge, abwechselnd mit sehnsüchtigen, von Wehmut getragenen Motiven, ans Ohr des Publikums. Der energiegeladene, intensive Klang des Orchesters, vom mit Verve engagierten Bassregister unterstützt, wies auf Einheit und harmonisches Miteinander der Spielerinnen und Spieler hin.
Als Zugabe erklang nochmals der erste Satz der bereits gehörten Volksmelodien – ein besinnlicher Abschluss – auf der Suche nach einer besseren Welt.

Viel Applaus für Dirigent Peter Grob und das Kammerorchester. Bilder: hs.
*leicht überarbeiteter Bericht einer Zuhörerin.
